Unter Apitherapie versteht man die Anwendung von Bienenprodukten, wie Honig, Bienengift, Propolis, Pollen, Gelée royale, Bienenstockluft und Bienenwachs zur Vorbeugung und Heilung von gesundheitlichen Beschwerden.

Wie wichtig Bienen für den Erhalt unseres Ökosystems sind, ist unbestritten und bekannt. Das Bienensterben der vergangenen Jahre und die sichtbaren Folgen (Reduzierung der Pflanzenvielfalt) haben dies einmal mehr unter Beweis gestellt. Unsere Bienen leisten jedoch noch mehr. Und zwar einen wertvollen Beitrag zu unserem Wohlbefinden. Mit dieser Thematik setzt sich die Apitherapie (lat. Apis = Biene) auseinander. Im Gespräch mit APOVITAL versorgt Dr. Johann Puttinger unsere Leserinnen und Lesern mit interessanten Informationen rund um die fleißigen „therapeutischen Bienen“.

Von der Antike bis zum heutigen Tag – ein kurzer Überblick der Apitherapie

Archäologische Funde belegen, dass bereits vor mehr als 5000 Jahren Bienenprodukte nicht nur ein reines Genussmittel waren, sondern die positive Wirkung auf unseren Körper bereits bekannt war. So zeigen Aufzeichnungen, dass 3000 v. Chr. Soldaten mit Propolis behandelt wurden, um ihre Wunden zu heilen und vor Infektionen zu schützen. Um die moderne Apitherapie zu erkunden, müssen wir in das 19. Jahrhundert blicken.

Als Begründer der modernen Apitherapie gilt Dr. Philipp Terc (1844-1917). Der tschechische Arzt behandelte Rheumatismuserkrankte mit Bienenstichen und berichtete in zahlreichen Vorträgen über seine Erfahrungen. Bis zum Spatenstich der „Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie“ dauert es jedoch noch eine Weile. Am 19. April 2008 in Ansfelden (Oberösterreich) war es dann soweit. Heute besteht der Verein aus etwa 400 Mitglieder (u. a. Ärzte, Ernährungsexperten und Imker) und forciert tatkräftig die Entwicklung der Apitherapie in Österreich. In jährlich stattfinden Kongressen und Fachvorträgen werden Ergebnisse und Entwicklungen rund um die Apitherapie thematisiert und diskutiert. Noch vor der Gründung des Vereins kam es zu einer bemerkenswerten Studie rund um das Thema Honig, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Apitherapie - Die Heilkräfte der Biene    Apitherapie - Die Heilkräfte der Biene

Eine groß angelegte Honig-Studie bringt Klarheit

In der Honigstudie aus dem Jahr 2006 (50 Teilnehmer nahmen für einen Zeitraum von 8 Wochen täglich 50 Gramm echten naturbelassenen Honig zu sich) wurden die Inhaltsstoffe des Honigs und die Auswirkungen von täglichem Honigkonsum auf unseren Körper untersucht. Das Ergebnis: „Über 400 verschieden Inhaltsstoffe, wie Enzyme, Flavonoide, Vitamin B1, B2, C, Geschmacks-, Farb- und Aromastoffe sowie Säuren und Eiweiße finden wir im Honig wieder“, so der Fachmann Dr. Puttinger. Ein besonders erfreuliches Ergebnis der Studie ist die Kraft des Honigs gegen freie Radikale (freie Radikale sind unter anderem für Zellschäden mitverantwortlich). Nach acht Wochen konnte ein Rückgang der freien Radikale von über 13 Prozent im Blut nachgewiesen werden. Weiter verweist unser Experte auf die „synergetische Wirkung der Inhaltsstoffe des Honigs auf unser Wohlbefinden“. Dieses Zusammenspiel der über 400 Inhaltsstoffe ist u. a. eine Bereicherung für unsere Immunabwehr und weist eine regulative Wirkung auf Verdauungsstörungen auf.

Ebenfalls bemerkenswert ist die bakterienhemmende Wirkung im Bereich der Wundbehandlung. Dabei wird medizinischer Honig direkt auf die Wunde aufgetragen. Dies dient ebenso zur Unterstützung der Wundregeneration. Nicht nur der Honig, auch weitere Erzeugnisse von Bienen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die Propolis – ein natürliches Antibiotikum

Die Propolis (Bienenharz) gilt aufgrund ihrer antiviralen und antiseptischen Wirkung als natürliches Antibiotikum und wird u. a. als Propolis-Lösung bei Wunden sowie auch vorsorgend zur Aktivierung des Immunsystems gerne angewendet. Im asiatischen Raum kommt Propolis sogar in der Krebsmedizin zum Einsatz. Blütenpollen enthalten alle 28 Mineralien des menschlichen Körpers. Besonders im Mittelpunkt steht dabei das Vitamin B 1, das auch als Gedächtnis- und Nervenvitamin bekannt ist. Auch für das Bienenwachs gibt es Anwendungsmöglichkeiten. So hilft laut Dr. Puttinger ein angewärmter Wickel auf der Brust aufgrund seiner entspannenden Wirkung. Reizhusten wird dadurch gelindert. Bei Kindern wird besonders gerne zu dieser Anwendung gegriffen.

Das Futter der Königin – auch für uns Menschen wertvoll

Gelée royale ist der Futtersaft, mit dem die Königin sozusagen aufgezüchtet wird. „Während eine Arbeitsbiene 21 Tage Entwicklungszeit braucht, braucht eine Königin nur 14 Tage, um die doppelte Größe der Bienen zu erreichen“, erklärt der Mediziner und Bienenexperte. Das lässt bereits erahnen, wie hochwertig und Eiweißreich (bis zu 12-prozentige Eiweißverbindungen) dieses Produkt ist. Gelée Royal enthält viele Stoffe, die unsere Immunabwehr stärken (z. B. essentielle Aminosäuren), sowie antimykotische und antivirale Substanzen. Allerdings ist die Gewinnung mit großem Aufwand und daher mit einem hohen Preis verbunden. In speziell zubereiteten Honigmischprodukten finden sich bei hochwertigen Produkten oftmals Anteile von Gelée Royal wieder. Die Behandlung mit Bienengift, das eine durchblutungsfördernde Wirkung aufweist, darf nur unter strikter Anweisung und Aufsicht eines Arztes stattfinden. Zu guter Letzt erfreut sich auch die Bienenstockluft zur Behandlung von chronischer Bronchitis immer größerer Beliebtheit. Dabei kommt besonders die Wirkung der ätherischen Öle zur Geltung.

Damit haben wir Ihnen einen kleinen Überblick über die vielfältige Welt der Bienen präsentiert. Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Dr. Puttinger für die vielen Informationen rund um die faszinierende Welt der Apitherapie.

 

Für weitere Informationen besuchen Sie die „Österreichische Gesellschaft für Apitherapie“ unter: http://www.apitherapie.at/

 

Gesunde Bienen sorgen für gesunde Endprodukte.

 

Qualitätssiegel

Das Apiterra-Qualitätssiegel garantiert höchste Sorgfalt und Qualität der Bienenprodukte.

Unten rechts: Logo Österreichische Gesellschaft für Apitherapie.


Apitherapie-Dr-Puttinger-Sprecher

Dr. Puttinger

Stv. Sprecher der Österreichischen Ärztlichen Gesellschaft für Apitherapie

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