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Die Nase rinnt, das Auge juckt

 

Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm das Ende der kalten, dunklen Jahreszeit. Die Tage werden wieder länger, die Lufttemperatur wird angenehmer und die Welt bunter undlebendiger. Wir genießen das Erwachen der Natur.

 

Für viele Menschen aber bedeutet Frühling verstopfte Nase, Hustenreiz und irritierte Augen. Schulmedizin und Naturheilkunde bieten verschiedenste Möglichkeiten, um Symptome und Beschwerden zu lindern. Generell nehmen allergische Reaktionen und Heuschnupfen zu. Was genau ist aber eigentlich eine sogenannte „allergische Reaktion“? Normalerweise besitzt jeder Mensch ein System, das ihm bei der Fernhaltung und Bekämpfung von Fremdkörpern und „Feinden“ hilft. Dabei verfügt das Abwehrsystem über verschiedene Möglichkeiten. Es weist unspezifische Mechanismen auf, die ihm helfen, all jenes loszuwerden, das ihm unbekannt und gefährlich scheint (z. B. Fieber, Fresszellen etc.).

Zudem besitzt es „Soldaten“ und „Waffen“, die bereits bekannte Gegner erkennen und beseitigen. Bei einer Allergie ist es nun so, dass das körpereigene Abwehr- und Schutzsystem sein Ziel auf etwas eigentlich Harmloses richtet und dieses zu bekämpfen beginnt. Im Falle von Heuschnupfen stellen männliche Samenzellen (Pollen) von verschiedenen Blumen, Bäumen und Gräsern den „Feind“ dar. Dabei werden zwei Phasen unterschieden: Zunächst muss das Bekämpfungssystem auf den Feind aufmerksam werden (Sensibilisierungsphase). Während dieser Zeit wird noch nicht „gekämpft“, d. h. der Mensch verspürt noch keinerlei Symptome. Diese Phase kann auch erst nach Jahren stattfinden. Wenn der Feind jedoch einmal aufgefallen ist, dann wird er beim nächsten Treffen angegriffen.

Und schon ist man bei der zweiten Phase angelangt – mit Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien. Eine sehr zentrale Rolle spielt dabei Histamin. Das ist ein Stoff, der von körpereigenen Abwehrzellen freigesetzt wird, um den Feind zu eliminieren. Sowohl in Lunge, Blutgefäßen, Augen, Nase, Magen, aber auch im Zentralnervensystem befinden sich Histamin-Rezeptoren. Bindet Histamin an diese Rezeptoren, führt das zu den typischen Beschwerden wie Juckreiz, Quaddelbildung, Rötung, geschwollene und verstopfte Nase, tränende und gerötete Augen, Hustenreiz und/oder Atemnot.

 

Was kann man tun, wenn das Abwehrsystem zu stark reagiert?

 

Zunächst muss man herausfinden, gegen wen der eigene Körper eigentlich in den Kampf gezogen ist. Dies sollte durch diverse Tests beim Arzt geschehen. Ist der Feind einmal bekannt, sollte er, wo es geht, gemieden werden. Oft ist das nur sehr schwer durchführbar. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, um etwas gegen die Symptome des Heuschnupfens zu unternehmen. Sehr viele Heuschnupfen-Patienten sprechen gut auf eine so genannte Hyposensibilisierung an, die bei einem Arzt durchgeführt wird.

 

Wichtig: Diese Art der Therapie sollte erst ab dem 6. Lebensjahr durchgeführt werden und kann nur bei rechtzeitigem Beginn in der symptomfreien Zeit Wirkung zeigen. Der Ablauf ist wie folgt: Pollen werden verdünnt und unter die Haut gespritzt oder gelutscht. Mit der Zeit wird die Konzentration langsam gesteigert, mit dem Ziel, dass sich der eigene Körper an den Feind „gewöhnt“ und ihn nicht mehr sofort bekämpft, wenn er auf ihn trifft.

Es gibt auch Medikamente, die die Wirkung von Histamin blockieren (Antihistaminika), oder die Freisetzung von Histamin und anderen Stoffen verhindern (Mastzellstabilisatoren). Auch stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung, die Symptome und Beschwerden lindern können, z. B. Nasensprays, die das Atmen erleichtern oder antiallergisch und entzündungshemmend wirken. Für die Augen gibt es Augentropfen mit entsprechendem Wirkstoff oder auf homöopathischer Basis. Eine weitere gute Therapiemöglichkeit ist, das Abwehrsystem zu „regulieren“, z. B. mit Vitalpilzen wie Agaricus, Reishi oder Shiitake.

Sie bringen das Immunsystem wieder auf „die richtige Schiene“, d. h. sie dämpfen es, wenn es zu stark reagiert, und fördern es, wenn es zu schwach ist.

Von den Vitaminen oder Mineralstoffen bieten sich Vitamin C, B6 und Zink an, um den Histaminspiegel im Blut positiv zu regulieren (Vitamin C blockiert Histamin, Vitamin B6 fördert den Abbau, Zink hemmt die Freisetzung). Ebenso kann die zusätzliche Einnahme von Magnesium und Calcium sinnvoll sein. Homöopathisch sollte man gezielt jenes Mittel wählen, das für die jeweiligen Beschwerden am besten geeignet ist. Man kann auch mit Schüssler Salzen arbeiten. Diese sollten aber über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Lassen Sie sich von Experten beraten, was für Sie im konkreten Fall am besten passt.

Eine relativ neue Therapieform aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde, die sogenannte Gemmotherapie, wird ebenfalls gerne angewendet. Dabei kommen Auszüge und Extrakte von Blütenknospen, Triebspitzen und Wurzeltrieben zum Einsatz. Bei Heuschnupfen und/oder Allergien im Allgemeinen können verschiedenste Gemmotherapeutika entweder zusätzlich zur bereits bestehenden Therapie oder allein zu guten Erfolgen führen. Der Extrakt der Knospen der schwarzen Johannisbeere ist hier das Mittel der Wahl. Es fördert die Ausschüttung von Cortisol, was zu einer entzündungshemmenden, abschwellenden und antiallergischen Wirkung führt. Neben Vitamin C, Arginin und Prolin sind weitere Aminosäuren sowie Flavonoide nachgewiesen. Die Flavonoide hemmen die Histaminfreisetzung. Daneben stehen noch Auszüge aus Heckenrose, dem wolligen Schneeball, der Tanne oder der Hasel zur Verfügung, die bei Atembeschwerden oft wahre Wunder bewirken können. In seltenen Fällen wird auch der Baumsaft (z. B. der Birke) verwendet.

Es gibt somit eine große Anzahl an „alternativen Möglichkeiten“ und Therapieformen, die man ausprobieren kann. Oft lohnt es sich auch, mehrere unterschiedliche Varianten zu kombinieren. Wenn Sie bisher noch nicht das wirklich Richtige für sich gefunden haben, dann lassen
Sie sich nicht entmutigen, sondern suchen Sie einen Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens auf und lassen Sie sich beraten.  \\

Mag. Jennifer Falk, Apothekerin

 

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