Stricktherapie in Aktion

Stricktherapie

Immer wieder entwickeln sich neue Trends, von denen auch eine therapeutische Wirkung ausgeht. Zumindest sehen dies die Anhänger des jeweiligen Trends so. Wir wollen uns in dieser Ausgabe genauer mit dem Phänomen der Stricktherapie beschäftigen.

Zugegebenermaßen ist die Strick­therapie nicht so wissenschaftlich und medizinisch erforscht, wie die Therapiemethoden, die wir Ihnen in den vergangenen Monaten vorgestellt haben. Verheimlichen wollen wir Ihnen diesen Trend dennoch nicht, denn vielleicht ist genau für Sie das Stricken die ideale Methode, um wieder etwas mehr Gelassenheit und Ruhe in das eigene Leben zu bringen.

Von pragmatisch bis hin zum Trend

Die meisten unserer Großmütter waren noch begeisterte Strickerinnen und haben Socken für die Familie hergestellt. Wenn bedarf war, auch einmal einen warmen Pullover für die kalte Jahreszeit oder ein Jäckchen für das Neugeborene Baby. Dabei stand meist der praktische und eventuell noch finanzielle Gedanke und nicht der therapeutische im Vordergrund. Auch In den Schulen, zumindest im ländlichen Raum, lernte man bis vor wenigen Jahren noch häufig den Umgang mit den Stricknadeln. Heute ist dies nur noch in den seltensten Fällen der Fall, und dennoch hat sich seit einigen Jahren ein Trend entwickelt, der gerne als Stricktherapie bezeichnet wird und somit dem Stricken neues Leben einhaucht. Insbesondere junge Frauen und Männer schauen sich wieder in Wollläden um und philosophieren über die ideale Wolle für den nächsten Schal oder eine schicke Mütze für den kalten Winter. Geboren ist dieser Trend vor einigen Jahren in New York, und neben vielen Blogs zu diesem Thema entstanden sogar Strickkaffees, in denen sich Strickbegeisterte treffen und gemeinsam neben Kaffee, Tee und Kuchen stricken. Einfach nur gemütlich stricken. Aber was macht diesen Trend zu einer Therapiemethode? Dieser Frage gehen wir auf die Spur.

Stricken hilft gegen Stress, Depression und Schmerzen

Leidenschaftliche Strickerinnen und Stricker betonen sehr gerne den beruhigenden Faktor, den Stricken auslöst. Insbesondere nach einem stressigen Tag wird das Stricken zu einer Form der Meditation, indem man immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe wiederholt. Dadurch werden Körper und Geist entlastet und Entspannung breitet sich aus. Man findet sozusagen zu der inneren Ruhe, wie es auch beim Yoga der Fall ist. Eine wissenschaftliche Studie der Universität von Cardiff betont den Effekt, dass Stricken glücklicher macht. So gaben über 80 Prozent der Befragten an, dass sie sich während und nach dem Stricken glücklicher fühlen als zuvor und über die Hälfte von klinisch depressiven Personen machte die Tätigkeit glücklich oder sogar sehr glücklich. Der Ausschuss an Serotonin könnte diesen positiven Effekt auslösen. Darin kann auch die Erklärung gefunden werden, dass das Schmerzempfinden der Stricker laut der Studie gesenkt wurde. Stricken wirkt sich allerdings nicht nur positiv auf unseren Gemütszustand aus, sondern es ist auch ein ausgezeichnetes Training für unser Gehirn und trainiert die Geschicklichkeit unserer Hände und Finger. Ebenfalls wird dadurch die Blutzirkulation angeregt. Fernab aller Wissenschaft möchten wir noch zwei Punkte erwähnen, weshalb Stricken einen positiven Effekt auf viele Strickerinnen und Stricker auslöst.

Stricken stärkt unser Selbstwertgefühl

Und das auf doppelte Art und Weise, denn einerseits wird gerne in Gesellschaft gestrickt und dieses gemeinsame arbeiten an einem Ziel birgt bereits viel Positives in sich. Das „In-einer-Gruppe-verwurzelt-zu-sein“ löst ein angenehmes Gefühl aus und gibt uns Sicherheit und Halt in schwierigen Phasen unseres Lebens. Der zweite positive Effekt für unser Selbstwertgefühl entsteht, wenn wir das gewünschte Produkt fertigstellt haben und somit unser gesetztes Ziel auch erreicht haben. Durch ein Strickwerk hat man etwas greifbares Selbstgemachtes. Dieses Schaffen führt zu einer innerer Zufriedenheit, hinterlässt ein positives Gefühl und vermittelt somit einen Anreiz für weitere Aufgaben. Das beflügelt unsere Seele und tut gut! Wir wünschen Viel Spaß beim Stricken!   \\ Aus APOVITAL 2/2017

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