Flugangst - Frau am Flugplatz (c)shutterstock_143764873

Panikattacken und Schweißaubrüche

Ein Drittel aller Passagiere im Flieger leidet unter Flugangst doch das muss nicht sein.

Endlich Urlaub auf den Balearen. Wäre da nicht die Reise hoch oben jenseits der Wolken. Herbert Grönemeyer hatte „Flugzeuge im Bauch“ aus Liebeskummer, manche bekommen das Flattern im Magen, wenn sie einen Flughafen betreten. Jeder dritte Österreicher hat Flugangst oder zumindest ein mulmiges Gefühl an Bord. Ein Drittel aller Flugzeugpassagiere leidet unter Panikattacken, Herzrasen, Schweißausbruch und Übelkeit sind die unangenehmen Reisebegleiter.

Dabei war Fliegen fast noch nie so sicher wie heute. 2015 hat es weltweit so wenige Flugunfälle und so wenige Opfer gegeben wie mindestens seit 1946 nicht mehr. Das geht aus Statistiken von Flightglobal hervor. „In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheit bei den Airlines ganz beträchtlich verbessert, wir haben jetzt einen Punkt erreicht, an dem weniger tödliche Unfälle im Jahr typisch sind“, sagt Paul Hayes, der bei Flightglobal für Flugsicherheit zuständig ist.

Die Erkenntnis, dass Fliegen statistisch gesehen die sicherste Methode des Reisens ist, hilft nicht viel gegen die irrationale Angst. Selbst Vielflieger wie Geiger David Garrett verspüren bei Turbulenzen Nervosität und Anspannung. „Rütteln oder leichtes Absacken des Flugzeuges sind subjektiv unangenehm, aber nicht gefährlich“, erklärt Pilot Andro Sklenar.

Die Angst lässt sich besiegen.

Doch es gibt Möglichkeiten, die Flugangst – Aviophobie – in den Griff zu bekommen. Den Flachmann einzustecken, um am Flughafen noch einen zu kippen, zählt allerdings nicht dazu. Denn Alkohol kann die Panik verstärken. Fast alle großen Airlines bieten Seminare gegen Aviophobie an. Dabei werden Abläufe und Sicherheitsbestimmungen vermittelt und über die Vorgänge im Cockpit informiert. Zu den Kursinhalten gehören auch das Erlernen von Entspannungsübungen und Methoden der körperlichen und gedanklichen Selbstkontrolle. Zum Schluss steht immer ein Kurzflug auf dem Programm. Die Erfolgsquote dieser Seminare liegt bei fast 100 Prozent.

Auch mit Verhaltenstherapie oder Biofeedback lässt sich die Angst wegtrainieren. „Man geht in der Vorstellung die angstbesetzte Situation immer wieder durch und lernt ein neues Reaktionsmuster“, erklärt Psychotherapeutin Brigitte Hueber. Angeschlossen an das Biofeed-back-Gerät üben Flugängstliche, ihre Panik in den Griff zu bekommen. Diese Reaktionen können sie dann später im Flugzeug wieder abrufen. Fünf bis zehn Sitzungen sind meist nötig.  Dieser Artikel findet sich in der ApoVital Ausgabe 07/2016 \\

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