Trockenheit im Mund

Trockenheit in der Mundhöhle

Mundtrockenheit kann sich zu einer Gefahr für Ihre Zähne und den gesamten Rachenraum entwickeln. Was kann man tun, wenn einem wortwörtlich die Spucke wegbleibt?

Da bleibt mir glatt die Spucke weg – mit Sicherheit kennen Sie dieses Sprichwort, welches meist nach einem großen Schrecken Anwendung findet. Und dieses Sprichwort ist auch medizinisch gesehen absolut nachvollziehbar, denn wenn unser Körper die Alarmhaltung einnimmt und unter großem Stress steht, dann werden alle Körperfunktionen, die nicht unbedingt benötigt werden, um den Organismus am Leben zu erhalten, zurückgefahren. Die Speichelproduktion gehört auch dazu, denn ein kurzzeitiges Aussetzen dieser Funktion wird zwar als lästig empfunden, ist aber nicht akut Lebensbedrohlich. Hält diese Mundtrockenheit (lat. Xerstostomie) allerdings an und wird zu einer chronischen Mundtrockenheit, was bei schätzungsweise bis zu einem Fünftel der Bevölkerung der Fall ist, dann drohen Komplikationen an Zähnen und in der gesamten Mundhöhle.

Anzeichen

Anzeichen für eine Mundtrockenheit sind im Regelfall gut selbst festzustellen. Entwickelt sich beim Sprechen oder Schlucken ein unangenehmes Gefühl oder ein Belag auf der Zunge, sind dies häufig erste Anzeichen einer Mundtrockenheit. Brüchige Lippen deuten ebenfalls auf eine Trockenheit in der Mundhöhle hin.
Auch der allseits gefürchtete Mundgeruch hängt häufig mit der Mundtrockenheit zusammen, später im Text noch mehr davon. Die Ursachen für Mund­trockenheit können sehr vielfältig sein, zur Winterzeit kommt mit der trockenen Heizungsluft ein zusätzliches Risiko zu tragen, sodass die Speichelproduktion besonders gefordert ist.

Gerade zur Winterzeit sollte besonders auf das Raumklima geachtet werden

Neben gesundheitlichen Faktoren wie einer Erkrankung der Speicheldrüsen, Einnahme von Medikamenten, Durchfall oder einer Erkältung können auch „hausgemachte Probleme“ wie eine zu trockene Luft, Rauchen und eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme zu Mund­trockenheit führen. Gerade zur Winterzeit ist die trockene Umgebungsluft aufgrund der Heizung oft ein zusätzliches Problem.

Schlafzimmertemperatur

Insbesondere dann, wenn die Heizung auch im Schlafzimmer auf einer hohen Temperatur läuft. Immerhin verbringt man in etwa ein Drittel des Tages im Schlafzimmer, daher gilt es dort besonders, auf das Raumklima zu achten. Viele denken vielleicht nicht daran, aber gerade während des Schlafens besteht ein Risiko, dass der Körper zu viel Feuchtigkeit verliert. Besonders auf das Raumklima im Schlafzimmer sollten ältere Menschen achten, da diese häufig zu wenig Flüssigkeit aufnehmen und durch die etwaige Einnahme von Medikamenten eine zusätzliche Belastung entstehen kann.. Auch die Speicheldrüsenfunktion nimmt mit dem Alter etwas ab und sorgt somit für mehr Trockenheit im Mundbereich.

Mundatmung und Schnarchen als besondere Risikofaktoren

Neben älteren Personen gibt es auch weitere Risikogruppen in Hinblick auf Mundtrockenheit. Laut einer Studie aus dem „Journal of Oral Rehabilitation“ sind Personen die Schnarchen und durch den Mund atmen besonders anfällig, an Mundtrockenheit zu leiden. Durch den offenen Mund während der Nachtstunden sinkt der pH-Wert ab und dadurch kann der Zahnschmelz angegriffen werden. Insbesondere Männer sind betroffen, denn während in etwa ein Drittel der Männer in den Nächten durch den Mund atmen, so sind es bei den Frauen deutlich weniger als zehn Prozent. Auch Kinder sind eher gefährdet, da sie besonders häufig während des Schlafens durch den Mund atmen und dadurch mit einem trockenen Mund aufwachen.

Mundgeruch als Anzeichen von Mundtrockenheit

Vor allem wenn man viel redet, sei dies beruflich oder privat, sollte man unbedingt ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Damit können so manche Komplikationen bereits im Keim erstickt werden. Ist die Mundschleimhaut zu trocken, drohen kleine Risse, in denen sich Bakterien einnisten können. Häufig entsteht dadurch ein schlechter Atem. Mundgeruch kann aufgrund von Fäulnis entstehen und ist daher mehr als ein „Geruchsproblem“.

Man selbst merkt es nicht

Das besonders Tückische beim Mundgeruch ist, dass der Betroffene selbst diesen oft gar nicht merkt, und dass Mitmenschen den Betroffenen aufgrund eines Schamgefühls nicht darauf aufmerksam machen. Auch wenn es schwer fällt und nicht immer angebracht ist, aber einer nahestehenden Person sollte man nicht verschweigen, dass der Atem streng riecht. Wird dagegen nichts unternommen, können die Bakterien Zähne und Mundschleimhaut angreifen. Eine Entzündung droht, die in weiterer Folge zu Karies und Zahnverlust führen kann. Auch für unser Immunsystem ist ein ausreichender Speichelfluss von Bedeutung. Die körpereigene Schutzfunktion wird durch einen Mangel an Speichel geschwächt. Damit es nicht soweit kommt, darf ein Gefühl der Mundtrockenheit nicht unterschätzt werden und man sollte schnell dagegen ankämpfen.

Gegen eine Mundtrockenheit vorgehen

Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln und etwaiger Hilfe aus der Apotheke lässt sich effektiv gegen Mundtrockenheit vorgehen. Bei langanhaltenden Problemen mit Mundtrockenheit sollte der Arzt konsultiert werden. Leider ist vielen nicht bewusst, welche verheerenden Konsequenzen Mundtrockenheit haben kann und welche wichtige Funktion der Speichel innehat.

Trockenheit im Mund

Der Speichel hemmt die Ansiedlung von Bakterien und schützt die Zähne

Gesunde Speicheldrüsen (es gibt 6 große und eine Vielzahl an kleinen) produzieren in etwa 0,5-1,5 Liter an Speichel pro Tag, und dieser Speichel hat eine Vielzahl an Funktionen und Aufgaben. Er besteht unter anderem aus Proteinen, Enzymen, Natrium, Kalzium und Fluorid und wird benötigt, um den Speisebrei gleitfähig zu machen und dient somit als erster Schritt der Zersetzung des Essens. Wird zu wenig Speichel produziert, dann können die Säuren nicht ausreichend neutralisiert werden und die Schutzfunktion wird angekratzt. Zusätzlich entfernt der Speichel auch auf ganz natürliche weise Essensreste und befreit somit die Zähne von Unreinheiten, an denen sich abermals Bakterien festsetzen könnten. Die Antikörper im Speichel dienen zusätzlich zum Abwehren von Eindringlingen wie Bakterien und schützen somit die Zähne vor Kariesbefall.

Den Speichelfluss wieder auf Vordermann bringen

Um das Problem Mund-trockenheit kurzfristig und schnell zu lösen, finden Sie in der Apotheke künstliche Speichelersatzlösungen. Solch ein Spray befeuchtet die Mundhöhle. Somit kann das unangenehme Trockenheitsgefühl schnell und wirksam bekämpft werden. Damit das Problem der Mundtrockenheit dauerhaft gelindert wird, sollten zusätzlich noch weitere Maßnahmen ergriffen werden. Der Feuchtigkeitsgehalt, insbesondere im Schlafzimmer, sollte regelmäßig kontrolliert werden. Pflanzen sind eine optisch attraktive und nützliche Methode um die Luftfeuchtigkeit im Rahmen zu halten. Wenn Sie die Wäsche im Schlafzimmer trocknen, sorgt dies auch für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Achtung jedoch vor zu viel Feuchtigkeit. Ein weiterer wichtiger Aspekt gegen Mundtrockenheit ist das Rauchen. Dadurch wird die Mundtrockenheit verstärkt, daher gilt, leidet man akut an einer Mundtrockenheit sollte schnellstmöglich und dauerhaft auf Zigaretten verzichtet werden. Eine weitere Möglichkeit, um die Speicheldrüsenfunktion anzuregen, ist eine leichte Massage der Speicheldrüsen.

Mit der richtigen Nahrung gegen Mund-trockenheit

Nicht nur ausreichend trinken ist wichtig, auch das Essen beeinflusst den Speichelfluss. Ein intensives Kauen regt den Speichelfluss an, daher sollte im Falle einer Mund-­trockenheit feste Nahrung aufgenommen werden. Auch Kaugummikauen wirkt anregend auf den Speichelfluss. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der Kaugummi zuckerfrei ist. Da die Mundhöhle im Falle einer Mundtrockenheit ohnehin bereits in Mitleidenschaft gezogen ist, sollte besonders darauf geachtet werden, diese Situation nicht durch Zucker zu verschlechtern.   \\ Aus APOVITAL 1/2017

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