Frau mit Allergiebeschwerden

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Ragweed nur wenigen bekannt. Heute ist diese, ursprünglich in Nordamerika beheimatete Pflanze, vielen AllergikerInnen ein Dorn im Auge und schränkt deren Lebensqualität massiv ein.

Wenn im Herbst nach einem Spaziergang plötzlich die Nase läuft und die Augen jucken, könnte ein Neophyt der Schuldige sein. Ein Neophyt? Neophyten werden die Pflanzen genannt, die in „fremde Gebiete“ eingeschleppt wurden. Einige davon fühlen sich in unseren Breiten sichtbar wohl und vermehren sich prächtig. Manche davon sind durchaus auch eine Bereicherung für unsere Pflanzenwelt, andere wiederum verdrängen die einheimischen Pflanzen. Und manche stellen nicht nur für andere Pflanzen eine Bedrohung dar, sondern auch für uns Menschen. Eine davon ist Ragweed. Bekannt ist die Pflanze, die beinahe zwei Meter hoch werden kann, auch unter den Namen Ambrosia oder Beifußblättriges Traubenkraut. Ragweed (lat. Ambrosia artemisiifolia) kam vermutlich schon vor einigen Jahrhunderten gemeinsam mit Saatgutlieferungen nach Europa und ist bei uns gefürchtet, da es heftige allergische Reaktionen auslösen kann. Die Konsequenzen sind verheerend, beginnend von Schnupfen, über Jucken und Tränen bis hin zu Atemnot und Asthma können mögliche Konsequenzen einer „Ragweedallergie“ reichen.

 

Kurzfristig können in weiten Teilen Österreichs starke Belastungen auftreten

In Österreich ist Ragweed besonders im Osten und Süden stark verbreitet. An Straßenrändern, Schienen, Kiesgruben und Baustellen, aber auch in Gärten und Feldern hat sich die Pflanze über die Jahre hinweg eingenistet und teilweise stark vermehrt. Daher herrscht an diesen Orten eine besondere Gefahr für AllergikerInnen. Aber auch wenn sich in der näheren Umgebung keine Ragweed Pflanze angesiedelt hat, so ist man trotzdem nicht automatisch vor den mikroskopisch kleinen Pollen gefeit. Da gerade in unseren östlichen Nachbarländern und in Norditalien große Mengen an Ragweed gedeihen, können auch eigentlich von Ragweed nicht besiedelte Gebiete kurzfristig hohen Belastungen ausgesetzt sein. Die Pollen können sich nämlich in hohen Luftschichten bewegen und somit problemlos weite Strecken „überleben“. Somit sind zwar besonders die Allergiker­

Innen im Osten und Süden Österreichs den Belastungen ausgesetzt, aber kurzzeitige Belastungen können auch in anderen Gebieten auftreten. Ein besonderes Problem stellt auch der späte Zeitpunkt der Ragweedblüte dar.

 

Allergien durch Ragweed können heftiger als gewöhnliche Allergien ausfallen

Bis tief in den Herbst hinein können sehr hohe Belastungen für AllergikerInnen eintreten, die für die Leidtragenden eine regelrechte Plage darstellen und den Alltag auf den Kopf stellen. Häufig sind Personen betroffen, die schon im Frühjahr und durch den Sommer hindurch von Allergien geplagt sind. Nun kommt wegen Ragweed auch im Herbst noch ein Belastungsschub, und zwar ein sehr heftiger. Schon wenige Pollen der Ragweed Pflanzen (eine davon produziert übrigens Millionen von Pollenkörner im Jahr) reichen aus, um allergische Reaktionen zu provozieren. Das Problem: Durch die lange Belastungszeit für Allergiker werden die Schleimhäute einer immer höheren Belastung ausgesetzt und haben kaum Zeit zur Erholung.

 

Welche Gegenmaßnahmen helfen gegen diese Plage?

In erster Linie muss ärztlich festgestellt werden, ob man tatsächlich an einer Allergie leidet und diese auch der Grund für die Beschwerden ist. Ebenso sollte jegliche direkte Berührung mit der Pflanze vermieden werden. Wenn sie die Pflanze entdecken – nur mit Handschuhen angreifen und im Hausmüll entsorgen. Der Pollenwarndienst (www.ragweedfinder.at) hat auch neuerdings eine Meldezentrale für Ragweedsichtungen eingerichtet. Dies unterstützt nicht nur die AllergikerInnen, sondern auch die Straßendienste und weitere öffentliche Stellen, um besonders gefährdete Orte zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nur so kann man auf langfristige Sicht der Plage Herr werden.

Frau mit Allergiebeschwerden
Pollenbelastung im Herbst

 

 

Gegen akute Symptome der Allergie finden Sie auch in Ihrer Apotheke wirksame Mittel, die Ihnen wertvolle Abhilfe verschaffen, u. a. um die Schleimhäute zu entlasten. Um den allergischen Herbstschnupfen dauerhaft unter Kontrolle zu bringen, muss das Immunsystem lernen, dass diese Stoffe keine Bedrohung darstellen und daher Abwehrmechanismen nicht benötigt werden. Dabei können Sie Ihrem Immunsystem mit pflanzlichen Mitteln unter die Arme greifen. Für die Wirkungskraft der pflanzlichen Wirkstoffe ist eine andauernde Einnahme wichtig, da sich dadurch erst die komplette Wirkung entfalten kann. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke vom bestens geschulten Personal beraten, wie man dem Heuschnupfen den Garaus machen kann. \\

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